11. März 2014 | 00.00 Uhr
Neuss: Ein neues Werk für den Skulpturenpfad
Bildhauer Viktor Nono hat Eichenstämme mit der Kettensäge bearbeitet und sie danach so bearbeitet, dass sie aussehen, als bestünden sie aus Schiefer. FOTO: lber
Neuss. Auf der Neusser Weyhe soll der Skulpturenpfad Nordpark ein neues Werk hinzubekommen. Geschaffen hat es der Bildhauer Viktor Nono. Von Bärbel Broer

Die erste Skulptur für den vom Initiativkreis Nordstadt geplanten Skulpturenpfad Nordpark ist fast fertig. Gestern besichtigten Beate Pricking, Leiterin des Arbeitskreises Kunst und Kultur, sowie Geschäftsführerin Ingrid Schäfer im “Outdoor”-Atelier von Viktor Nono dessen Holzskulpturen.

“Im April werden wir sie auf der Neusser Weyhe entlang der kleinen Grünanlage parallel zur Volksbank installieren”, kündigte Schäfer an. Die Skulpturen von Viktor Nono, die er auf dem Freigelände seines Ateliers in der Neusser Nordstadt gefertigt hat, sind ein Ensemble aus drei massiven Holzstelen mit einer Höhe von drei bis 4,20 Metern. Zunächst habe er seine Kunstwerke auf Papier vorgezeichnet, anschließend die Eichenstämme mit der Kettensäge bearbeitet, erzählt der 52-Jährige. “Dann habe ich sie geschliffen und poliert, so dass ein Charakter wie Schiefer entsteht.”

Das Kunstwerk “Mittelpunkt” besteht aus einem Stamm, der gestaucht ist wie ein überdimensionaler Dübel, einem weiteren, der gedreht ist wie eine Schraube, und einem dritten, ebenfalls schraubenähnlichen, jedoch mit Links- und Rechtsdrehungen. Der schieferartige Charakter der Skulpturen wird unterstrichen durch die schwarzglänzende, ölhaltige Farbe. Die Dreiteilung der Skulpturengruppe verweist auf das Zusammenwachsen der Ortsteile Furth, Wehye und Weissenberg, die noch vor hundert Jahren verschiedenen Gemeinden, nämlich Kaarst, Büderich und Neuss, angehörten. Das Material Holz spielt auf den Ort des Skulpturenpfads an. Die Neusser Wehye und die Birkenallee dienten als Trasse für eine heute fast vergessene Bahnlinie. Nordpark und Jröne Meerke entstanden durch Ausschachtungen, weil man Erde benötigte, um die Linie zu nivellieren. Der Künstler Nono folgert daraus: Die Natur wird angepasst, verändert ihre Struktur, bewahrt aber ihre Eigenheit. Dies treffe auch auf das Material Holz zu, das zwar verändert, modelliert und imprägniert werden kann, jedoch seine Charakteristika behält.

Nonos Kunstwerk wird das erste sein auf dem vom Arbeitskreis Kunst und Kultur geplanten Skulpturenpfad Nordpark. Als zweite Skulptur ist ein Werk des Künstlers Jürgen Zaun, ebenfalls gebürtiger Neusser und gelernter Steinbildhauer, geplant. “Noch fehlen uns aber Sponsorengelder”, sagt Beate Pricking, die um Spenden bittet. “Patenschaften, die ab 20 Euro erworben werden können, haben wir bereits etliche erhalten”, sagt sie. “Schön wäre es, wenn sich Unternehmen mit größeren Spenden beteiligen würden.”

Ein paar Kunstwerke gibt es bereits jetzt entlang des geplanten Skulpturenpfads, darunter der Gedenkstein am Huber Schäfer-Sportpark und die kürzlich sanierte Stahlplastik “Freude – und Erkennungszeichen” an der Frankenstraße.

Quelle: NGZ

30.08.2013
Was ist Heimat?

Siegburg. Die Galerie am Rosenhügel will sich an der 950-Jahr-Feier 2014 beteiligen.

Sie geht mit ihrem Konzept zum Jubiläum der Frage nach, was Heimat, also Siegburg, auch heute noch für uns Menschen bedeutet und was wir tun, um sie zu bewahren. Es soll ein Bogen über mehrere Kulturrichtungen gespannt werden: Von der Kunst über die Literatur zur Musik. Den Auftakt machte der Künstler Viktor Nono. Eine kleine, doch repräsentative Auswahl seiner künstlerischen Tätigkeit ist momentan am Rosenhügel zu sehen. Nono lebt und arbeitet in Neuss, ist Künstler, Schriftsteller und Philosoph. Hieraus erklärt sich auch seine Diversität: Bilder, Skulpturen und Worte fordern uns auf, hinzuschauen, zu lauschen und zu lesen. Die Werke aus seiner Installation “Heimat” erwecken im Betrachter die Sehnsucht nach dem “Alten und Traditionellen” im ursprünglichen Sinne. Doch auch dem Leid in unserer Heimat und damit in unserem Leben verschließt sich der Künstler nicht und gibt diesem Ausdruck in seinen Arbeiten aus der Installation “Schreckensheimat”. Nonos Werke werden im In- und Ausland präsentiert. Stätten wie Düsseldorf, Tokio, Jena, Kunst Zürich und Art Karlsruhe sind zu erwähnen. Bis zum 29. September sind die Exponate am Rosenhügel zu sehen. Öffnungszeiten Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0176/93128585. Am 18. und 20. September bleibt die Galerie geschlossen.

Bilder und Skulpturen an verschiedenen Orten / Auseinandersetzung mit der Heimat
Von Paul Kieras

SIEGBURG. An gleich drei verschiedenen Orten in der Stadt stellt Viktor Nono seine Arbeiten mit dem Bezug zum Oberbegriff “Heimat” aus. Anlässlich der 950-Jahr-Feier Siegburgs haben sich die Galerie am Rosenhügel, das Stadtmuseum und die Buchhandlung R² zusammengeschlossen, um mit den Werken des promovierten Philosophen, Malers und Bildhauers Nono die Auseinandersetzung mit der eigenen Heimat anzuregen und die Verbundenheit mit ihr zu unterstreichen.
Die einzelnen Ausstellungen sind mit “Villa Bella I bis III” betitelt. In der Übersetzung bedeute das nicht nur “schöne Stadt”, sondern auch “schönes Haus” beziehungsweise “Zuhause”, also die originäre “Heimat” der Menschen, erklärte der stellvertretende Bürgermeister, Thomas Salcedas, der die Gäste bei der Vernissage Am Rosenhügel begrüßte.

Museumsleiterin Gundula Caspary setzte sich in ihrer Einführungsrede zur Ausstellung ebenfalls mit der Definition des Begriffs “Heimat” auseinander. “Oft verbindet man mit dem Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist, mit einem Ort, der die eigene Identität und Sprache, den Charakter und die Mentalität entscheidend geprägt hat und dem man sich in guter Erinnerung, oft in Kindheitserinnerungen, emotional verbunden fühlt, den Begriff Heimat”, so Caspary.

Viktor Nono “untersucht den Wunsch und die Möglichkeiten, zu den Ursprüngen zurückzukehren”, heißt es im Katalog. Deutlich wird das etwa an einer Bilderserie unter dem Titel “Gemüse aus dem Garten meiner Oma” oder in Arbeiten, die einen Pflug zeigen, ein landwirtschaftliches Arbeitsgerät, das längst von modernen Maschinen abgelöst worden ist.

Zu den Absichten Nonos sagte Gundula Caspary: “Auch hierin scheint ein romantisches Ideal auf, das davon ausgeht, dass der Ursprung besser sei als die heutige Gegenwart, zugleich aber auch ein philosophischer Appell, zu dem Einfachen, Ursprünglichen im Leben zurückzukehren.”

Die Bilder und Skulpturen sind stark reduziert auf das Wesentliche, zeigen beispielsweise einfach gemalte, fast nur angedeutete, Gebäude auf einem flachen Feld ohne irgendeine Landschaft, die sie umgibt. Sie muten leer und einsam an, assoziieren beim Betrachter aber gerade deshalb einen Ort von Ruhe und Frieden, “bescheiden aber einladend warm, ein Ort, den man sich als Heimat wünscht”, wie es die Museumsleiterin ausdrückte.

Viktor Nono, “Heimat – Villa Bella I”, Galerie am Rosenhügel, bis Freitag, 29. August.
“Heimat – Villa Bella II”, Foyer im Stadtmuseum Siegburg, Dienstag, 22. Juli, bis Sonntag, 24. August.
“Heimat – Villa Bella III”, Buchhandlung R², Holzgasse, Donnerstag, 31. Juli, ab 19 Uhr.

Artikel vom 21.07.2014

Viktor Nono »Heimat – Villa Bella III«. Lesung & Vernissage

Datum: Donnerstag, 31. Juli 2014
Ort: Buchhandlung R² / Holzgasse 45 / D-53721 Siegburg / T 02241.8667170
Kooperation: Buchhandlung R² + Goethe-Gesellschaft Siegburg
Vernissage: Donnerstag, 31. Juli 2014, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: Freitag, 1. August bis Donnerstag, 28. August 2014
Einführung: Dr. Daniela Ch. Limberg, Galerie Am Rosenhügel Siegburg

Johann Wolfgang von Goethe ist auf vielen wissenschaftlichen und künstlerischen Gebieten seiner Zeit zuhause und verknüpft naturwissenschaftliche, künstlerische und literarische Aspekte miteinander. Nie findet man bei ihm Poesie ohne Psychologie, nie Literatur ohne Bilder, keine Erinnerung ohne Poesie, kein Drama ohne mythologische Bezüge. Deutlich und als Gesamtkunstwerk angelegt, findet man diese Ansätze im ›Faust‹.
Der Künstler Viktor Nono (Malerei und Bildhauerei) ist in der Literatur zuhause. Als promovierter Philosoph unternimmt er immer wieder Ausflüge ins Literarische. Er nähert sich Goethes ›Faust‹ zeichnend und interpretiert das Drama mit bildnerischen Mitteln. Die entstandenen Arbeiten sind keine Bebilderungen, wie es in den Künsten häufig der Fall ist, sondern Interpretationen, ein dem Drama gegenübergestelltes Kunstwerk.
Nach ›Faust I‹ im Jahre 2013 nun ›Faust II‹.